Thermoholz-Terrassendielen: Alternative zu Tropenholz?

Es klingt wie das absolute Nonplusultra: Heimische Hölzer, die durch Hitzebehandlung so resistent werden wie Hartholz aus tropischen Wäldern. Vorbei also der Konflikt bei der Wahl zwischen ökologisch unbedenklichem und ausreichend dauerhaftem Terrassenholz? Wir klären, ob Terrassendielen aus Thermoholz wirklich so gut sind wie Hartholz-Dielen.

Thermoholz

Die Suche nach nachhaltigen Alternativen zu Tropenholz-Terrassendielen

Harthölzer aus tropischen Wäldern sind besonders widerstandsfähig und dauerhaft. Für Holzterrassen scheint kein Weg an ihnen vorbeizuführen. Doch für immer mehr Terrassenbauer spielt auch die  ökologische Komponente eine große Rolle bei der Auswahl des Terrassenbelags. Denn Tropenholz muss  tausende Kilometer transportiert werden. Dabei gibt es doch auch heimische Holzarten – und heißt es nicht: „Das Gute liegt so nah“?

Heimisches Holz wird dauerhaft durch Thermobehandlung

Heimische Laubhölzer eignen sich in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit nicht für den Bau einer Holzterrasse. Zu gering ist die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Mikroorganismen, die das Holz angreifen. Doch ein speziell entwickeltes Verfahren macht Buche, Esche und Co. genauso dauerhaft wie Tropenholz: Die thermische Modifizierung, auch Thermobehandlung.

Bei der Thermobehandlung werden heimische Hölzer unter Sauerstoffmangel auf bis zu 210°C erhitzt, wodurch sich die physikalischen Eigenschaften des Holzes ändern. Zum Beispiel werden Zuckermoleküle reduziert und somit Schädlingen die Nahrungsbasis entzogen. Diese sind normalerweise mit dafür verantwortlich, dass sich die Lebensdauer des Holzes verringert.

Durch die Thermobehandlung werden die heimischen Hölzer nicht nur resistenter gegen Ungeziefer, sondern auch witterungsbeständiger. Die Neigung zur Feuchtigkeitsaufnahme wird vermindert und so das Quellen und Schwinden verringert.

Thermoholz-Terrassendielen aus hiesigen Laubhölzern sind ebenso langlebig wie Tropenhölzer. Thermoesche zum Beispiel ist mit Dauerhaftigkeitsklasse 1 (sehr dauerhaft) bzgl. der Resistenz vergleichbar mit Ipe und Cumaru.

Thermoholz – Keine 100 % Alternative zu Tropenholz

Dennoch verändert die Thermobehandlung das Holz nicht nur im positiven Sinn. Die Zellstruktur wird verändert, was die Festigkeit und dadurch die mechanische Belastbarkeit verringert. Das Holz wird weicher und spröder, dadurch anfälliger für Brüche und Splitter. Bei der Befestigung der Thermoholz-Terrassendielen sollten Sie deshalb äußerst vorsichtig vorgehen, da die Dielen leicht reißen können. Anfänglich riecht das Holz zudem leicht rauchig. Der Geruch verfliegt jedoch mit der Zeit.

Zu bedenken ist auch der hohe Energieverbrauch beim Thermo-Verfahren. Insofern relativiert sich die auf den ersten Blick positive Ökobilanz von Thermobuche, Thermoesche und Thermokiefer.

Für eine dauerhafte und langlebige Holzterrasse sind Hartholz-Terrassendielen noch immer die erste Empfehlung. Thermoholz kann hinsichtlich der Haltbarkeit eine Alternative sein, allerdings sollten Sie auch die Nachteile bedenken – ein perfekter Ersatz ist Thermoholz nicht.

Unser Fazit zu Thermoholz

Thermoholz-Terrassendielen bestehen aus heimischen Hölzern und sind ebenso dauerhaft wie Terrassenholz aus den Tropen. Allerdings verringert sich durch die Hitzebehandlung die mechanische Belastbarkeit des Holzes und die Dielen neigen zum Reißen und Splittern. Wer Thermoholz aus ökologischen Gründen in Betracht zieht, der findet in WPC und Bambus-Terrassendielen weitere nachhaltige Alternativen zu Tropenholz.

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