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Wohntrend Tiny House

Veröffentlicht am 18.11.2019    |   Lesezeit: 9 Minuten

Dem Wohnraummangel in vielen Großstädten zum Trotz ist die Wohnfläche pro Kopf in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Während sie 2001 noch bei 39,8 Quadratmetern lag, beträgt sie heute rund 50 Quadratmeter. Ein Luxus, den sich angesichts von Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen immer weniger Menschen leisten können und wollen. Mit dem Small House Movement etabliert sich eine Bewegung, die sich ganz bewusst für das Leben auf kleinem Fuß entscheidet.

Bei einem sogenannten Tiny House handelt es sich um ein kleines Holzhaus mit meist nicht mehr als 30 Quadratmetern Wohnfläche. Dennoch bietet es Schlafplätze für bis zu vier Personen. Eine intelligente Inneneinrichtung macht es möglich. Eine Schlafempore unter dem Dach, ausklappbare Tische und Sitzflächen sorgen für eine optimale Raumausnutzung.

 

tiny house aus holz

Weniger Wohnfläche, mehr Bewusstsein

Der Ursprung der Kleinhaus Bewegung liegt in den USA. Als sich von hier aus vor etwas mehr als 10 Jahren die Weltwirtschaftskrise über den Globus ausbreitet, können sich immer weniger Menschen Wohneigentum leisten. Um sich den Traum vom Eigenheim dennoch erfüllen zu können, weichen Eigentümer zunehmend auf Minihäuser aus.

Heute entscheiden sich Menschen weniger aus der finanziellen Not für eine Reduktion der Wohnfläche. Vielmehr geht es um einen bewussteren Lebensstil und eine nachhaltigere Lebensweise. Was aus der Not heraus entstanden ist, wird so immer mehr zur Tugend. Eine Lebenseinstellung, die auch als Downsizing, im Deutschen häufig frei übersetzt als “Gesundschrumpfen”, Bezeichnung findet.

Vor 100 Jahren besaß ein durchschnittlicher deutscher Haushalt 180 Gegenstände. Heute sind es 14.000. Tiny House Bewohner bilden einen Gegenpol zur gegenwärtigen Konsumgesellschaft. Das Credo der Bewegung ist ein bewussterer Lebensstil durch Reduktion auf das Wesentliche. Statt wahllos Dinge anzuhäufen führt die begrenzte Wohnfläche zu einem bewussten Umgang mit Gegenständen. Dabei spielt neben der Reduktion der Nachhaltigkeitsgedanke eine zentrale Rolle.

Holz als Baumaterial: Ökologisch und raumsparend

So setzten Tiny Houses auf Holz als zentrales Baumaterial. Das gilt sowohl aus Gründen der Nachhaltigkeit als auch aus reinem Pragmatismus. Denn bei Holz handelt es sich nicht nur um einen nachwachsenden und CO2-neutralen Baustoff, aufgrund seiner baulichen Eigenschaften eignet sich dieser auch gerade für das mobile Wohnen. Demnach ist Holz deutlich leichter als viele andere Baumaterialien und verringert so das Transportgewicht der mobilen Häuschen.

Ferner verfügt Holz bereits von Natur aus über sehr gute Dämmeigenschaften. Das gilt sowohl für die Wärmedämmung als auch für den Schallschutz. Grund dafür ist die Zellstruktur des Holzes. Holz wächst, indem sich mehrere kleine Zellen bilden. Dabei greift ein Effekt, den wir im Winter auch gerne für unsere Kleidung nutzen: Der sogenannte Zwiebel-Look besteht aus mehreren Kleidungsschichten. Zwischen den Schichten entstehen Luftpolster, die isolierend wirken und warmhalten. Durch die vielen kleinen Luftpolster in Form von Zellen kommen Holzwände mit weniger zusätzlicher Dämmung aus. Das reduziert die Wanddicke, was gerade bei begrenzten Platzverhältnissen wie in einem Tiny House spürbar mehr Wohnraum schafft.

Pflege und Instandhaltung von Tiny Houses

Mit Holz greifen Tiny Houses somit auf einen ökologischen und praktischen Baustoff zurück. Damit das so bleibt, erfordert das Kleinhaus auf Rädern die richtige Pflege.

Holz neigt dazu, im Laufe der Zeit zu vergrauen. Verantwortlich dafür ist Lignin, das sich in den Zellen des Holzes einlagert und für dessen Farbton sorgt. Der Nachteil dieses Stoffes besteht darin, dass dieser nicht UV-beständig ist. Durch Sonneneinstrahlung zersetzt sich Lignin und lagert sich an der Oberfläche der Holzfassade ab. Der nächste Regenschauer spült es weg und so verliert ein Tiny House nach und nach an Glanz. Ein effektives Mittel, um vor Vergrauung zu schützen, bieten UV-Schutz-Öle. Diese kommen auch zur Pflege von Terrassenböden zum Einsatz. Es gibt jedoch auch spezielle Holzschutzmittel für Außenfassaden.

Viele Tiny Houses sind dabei bereits ab Werk vorbehandelt. Es gibt allerdings eine wachsende Zahl, die auf einen Selbstbau setzen. Mit handwerklichem Geschick ist das durchaus möglich. Hier empfiehlt es sich, die fertige Holzfassade mit Einmal-Lasur zu behandeln. Ein Ölgemisch, das vor Witterungseinflüssen schützt. So bietet es einerseits einen UV-Schutz. Andererseits wirkt es feuchtigkeitsregulierend und verhindert so, dass das Holz aufquillt. Derartige Holzschutzmittel sind unbedenklich für Mensch und Tier und gibt es auch auf Naturöl Basis.

Die Empfindlichkeit der Holzfassade ist ein Nachteil, der im Zusammenhang mit Holzhäusern im Allgemeinen und Tiny Houses im Speziellen häufig angeführt wird. Mit der richtigen Pflege lässt sich hier jedoch ohne größeren Aufwand entgegenwirken.

tiny house blau

Knackpunkt Baugenehmigung

Vor der richtigen Pflege steht allerdings die Baugenehmigung. Ein Knackpunkt, der die derzeit große Nachfrage nach den kleinen Häuschen vielerorts ausbremst. Denn auch die geringe Größe befreit nicht von einer Genehmigungspflicht. Das gilt auch, wenn das Tiny House beispielsweise in den Garten eines bestehenden Grundstücks gestellt werden soll.

Die besten Chancen haben Eigentümer auf einer Fläche, die laut Bebauungsplan als “Gebiete zur Entwicklung der Wohnnutzung” deklariert ist. Dabei handelt es sich um Grundstücke, die speziell für innovative Baukonzepte ausgelegt und mit weitaus weniger Restriktionen versehen sind. Um das Erschließen von Bauflächen für Tiny Houses voranzutreiben, haben sich vielerorts sogar eigene Vereine gegründet.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, sein Tiny House auf einem Campingplatz abzustellen. Zwar ist das dauerhafte Wohnen auf dem Campingplatz per Gesetz nicht erlaubt, jedoch drücken viele Gemeinden ein Auge zu. Schließlich ist Wohnraum vielerorts Mangelware. Angesichts der prekären Wohnraumsituation gerade in Ballungsgebieten ist zu erwarten, dass sich der Staat innovativen Baukonzepten zunehmend öffnen und Bauvorschriften lockern wird. Dabei bietet das Tiny House eine mögliche Antwort auf aktuelle Fragen wie Umweltschutz und Wohnungsknappheit.

Gastbeitrag

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Theresa Bruns (Blog-Autorin) von Modulheim.de für den tollen Gastbeitrag und die schönen Bilder zum Thema – Tiny Houses – bedanken.

Modulheim.de ist ein unabhängiges und kostenloses Portal für alternatives und nachhaltiges Wohnen.

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Das sagen unsere Kunden

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