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Zurück zu den Wurzeln – Klimaschutz mit Holzbau?

Veröffentlicht am 8.8.2022    |   Lesezeit: 13 Minuten

Der Bau von neuen Gebäuden sowie die Bausanierung mit konventionellen Baumaterialien haben einen hohen Ressourcenverbrauch, große Treibhausgasemissionen und eine schlechte Recyclingbilanz zur Folge.
Doch der Trend zur Nachhaltigkeit und der Nutzung natürlicher Rohstoffe hat auch den Bausektor erfasst, weshalb das Bauen mit Holz ein regelrechtes Comeback erfährt.

In den letzten Jahren hat der Anteil von reinen Holzgebäuden und Mischkonstruktionen am Gesamtbauvolumen deutlich zugenommen. Neben Ein- und Mehrfamilienhäusern werden auch Supermärkte, Industriehallen, Hochhäuser und sogar Windkrafttürme aus dem Werkstoff Holz gefertigt.
Doch welche Kriterien muss das Baumaterial Holz erfüllen, um das Klima zu schützen?

Modernes Holzhaus

Holz – eines der ältesten Baustoffe der Welt

Holz eignet sich ideal als Baumaterial, da es ein wertiges, leistungsstarkes, langlebiges und flexibel einsetzbares Material ist.
Der Werkstoff Holz besitzt eine hohe mechanische Festigkeit, die im optimalen Verhältnis zu dem Eigengewicht des Werkstoffes steht. Im Vergleich ist das Baumaterial damit bei gleicher Tragfähigkeit leichter als Stahl und nahezu so druckfest wie Beton.
Zudem lässt Holz sich gut bearbeiten, vorfertigen und transportieren.

Klimaschutz durch Nachhaltigkeit

Durch die steigende energetische und stoffliche Nutzung von Holz steigt der Gesamtholzbedarf an. Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, jedoch ist es immens wichtig, dass die Wälder und damit die Natur nicht ausgebeutet werden. Werden die Wälder nachhaltig bewirtschaftet, dient das dem Klima und somit uns allen.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ hat seinen Ursprung in der deutschen Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts und bedeutet im übertragenen Sinne, dass immer mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden sollen.

Kriterien für eine klimaschützende Holzbauweise

Der Bau eines neuen Gebäudes sollte dem Klima und der Umwelt möglichst wenig schaden. Um die Nachhaltigkeit einer Bauweise zu beurteilen, ist es wichtig, die folgenden Aspekte zu berücksichtigen:

Herkunft, Gewinnung und Transport

Energieaufwand bei der Herstellung

Energieeffizienz

CO2-Bilanz

Langlebigkeit

Herkunft, Gewinnung und Transport des Rohstoffes Holz

Holz für den Bausektor in erster Linie aus heimischer Forstwirtschaft zu beziehen, ist auch wegen der kurzen Transportwege besonders klimafreundlich.
Da das Holz aus den Tropen meist langlebiger als unsere heimischen Arten ist, eignet es sich, sofern es aus legalen Holzeinschlägen stammt, ebenfalls für eine nachhaltige Bauweise.
Wichtige Säulen sind neben anderen das PEFC-Siegel, dass sich auf die Bewirtschaftung der deutschen Wälder bezieht sowie die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR), die den Import von illegal geschlagenem Holz in die EU verbietet.

Das PEFC – Siegel

In Deutschland sind die Waldbesitzer nach den Bundes- und Landeswaldgesetzen dazu verpflichtet, im Sinne des Klimaschutzes ihre Wälder „ordnungsgemäß und nachhaltig“ zu bewirtschaften.
Zudem sind zwei Drittel der Forstwirtschaft in Deutschland PEFC-zertifiziert. Das Siegel PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und bedeutet übersetzt „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“. Das Siegel soll eine nachhaltige Waldbewirtschaftung garantieren und dazu beitragen, dass ökonomische, ökologische und soziale Kriterien beachtet werden.

EUTR – Europäische Holzhandelsverordnung

Das Akronym EUTR steht für die englische Bezeichnung „European Timber Regulation“. Diese Europäische Holzhandelsverordnung verlangt von importierenden Unternehmen zentrale Nachweise über die Herkunft des Holzes, um illegale Holzquellen auszuschließen.
Um dies sicher zu stellen, arbeiten wir von Holzhandel-Deutschland nach einem exakten Sorgfaltspflichtsystem, anhand dessen wir die gesamte Lieferkette bis hin zu der legalen Herkunft unserer weltweiten Holzimporte dokumentieren. Diese Dokumentationen werden regelmäßig und streng kontrolliert.

Energieaufwand bei der Herstellung von Holz

Für die Herstellung und Verarbeitung des Baustoffes Holz wird im Vergleich zu den konventionellen Baustoffen wie Beton, Porenbeton, Ziegel und Kalksandstein ein minimaler Energieaufwand benötigt. Zudem entstehen bei der Herstellung der herkömmlichen Baustoffe sehr hohe Treibhausgasemissionen, was dem Klima maßgeblich schadet.

Die Nachhaltigkeit bei Holzbauweisen ist auch an die Nachhaltigkeit der zusätzlich verwendeten Materialien wie Dämmstoffe und Verkleidungen gebunden. Am nachhaltigsten sind dabei Holzfaser- und andere Holzwerkstoffe sowie Pflanzenfasern, zum Beispiel Hanf oder Schafwolle.

Energieeffizienz von Holz

Die Holzbaubranche hat ihre Konzepte und Produktionsverfahren in den letzten 40 Jahren stetig weiterentwickelt, wodurch Gebäude aus Holz heute präzise gefertigte und energieeffiziente Bauwerke sind.
Das Holzhaus ist in Bezug auf die Energieeffizienz den anderen Bauweisen ebenbürtig und erfüllt die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).
Durch den Wandaufbau erreicht Vollholz gute Dämmwerte, sodass zum Teil auf zusätzliche Dämmung verzichtet werden kann. Zweischalige Wände mit einer Kerndämmung können bereits so hohe Dämmwerte erreichen, dass sie die Anforderungen der EnEV übertreffen.

Die CO2-Bilanz von Holz bietet Klimaschutz

Bäume sind wichtige Faktoren in der Klimaentwicklung, da jeder Baum während seines Wachstums durch Photosynthese das klimaschädliche CO2 aus der Atmosphäre bindet und Sauerstoff an die Luft abgibt.
Durch diesen Vorgang wird Kohlenstoffdioxid in Form von Kohlenstoff im Holz gespeichert, und zwar so lange, wie sich das Holz in der Wertstoffkette befindet. Daher ist es wichtig, das Holzprodukt möglichst lange zu verwenden, weiterzuverarbeiten und zu recyclen.
Erst wenn das Holz sich zersetzt oder der thermischen oder energetischen Verwertung zugeführt wird, gibt es das zuvor gespeicherte CO2 wieder ab.
Wenn das Holz zudem aus regionaler und nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, hat es eine ausgezeichnete CO2-Bilanz.

Der Substitutionseffekt – Holz ersetzt Baustoffe mit hohen Emissionen

Ersetzt, also substituiert man Baustoffe, bei deren Herstellung sehr viel CO2 freigesetzt wird, mit Holz, wirkt das positiv auf den gesamten CO2-Ausstoß. Dies bezeichnet man als Substitutionseffekt.
Möglichst viele andere Baumaterialien durch Holz zu ersetzen, ist für die Verringerung des CO2-Ausstoßes also sehr sinnvoll und schützt so das Klima.

Langlebigkeit des Gebäudes aus Holz

Wie beim Stein- oder Betonbau auch, wird die Wertbeständigkeit und Lebensdauer eines Holzhauses durch eine fachmännische Planung und Konstruktion bedingt. Qualitativ hochwertige Gebäude aus Holz stehen in Bezug auf die Lebensdauer den Massivbauten in nichts nach. Durch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen kann die Lebensdauer, die in etwa 80 bis 100 Jahre beträgt, noch erhöht werden.
Moderne Holzhäuser sind in Bezug auf Lebensdauer und Wertbeständigkeit somit gleichrangig zu den konventionellen Bauten.

Fazit des Klimaschutzes mit Holzbau

Der nachwachsende Rohstoff Holz dient während seines Nutzungszyklus als Kohlenstoffspeicher, ist in der Verarbeitung weniger energieaufwändig, lässt sich recyclen und am Ende der Wertstoffkette in den Kreislauf zurückführen.
Wichtig ist aber, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und nicht aus Raubbau stammt.
Holz verantwortungsvoll als Baumaterial zu nutzen, bedeutet also, zukunftsweisend zurück zu den Wurzeln zu kehren.

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