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DIY-Hotel auf vier Rädern: Was zu einem Van-Umbau dazugehört

Veröffentlicht am 25.6.2021    |   Lesezeit: 13 Minuten

Ein Hotel buchen zu müssen, um Urlaub zu machen, ist Schnee von gestern. Auch die Orts- und Zeitbindung gehören der Vergangenheit an, wenn Du mit Deinem eigenen Hotel auf vier Rädern (ver)reisen kannst. Hier erfährst Du, wie ein junges Pärchen sich den Traum eines eigenen Campers erfüllt hat und wie auch Du als DIY-Projekt einen Van zu Deinem neuen Reisebegleiter machen kannst.

Der fertige DIY-Camper

Der fertige DIY-Camper

Do it yourself Camper-Umbau

Was gibt es schöneres als Urlaub? Urlaub wann, wo und wie Du willst – ganz nach den persönlichen Wünschen und Vorstellungen. Eine Auszeit mit einem umgebauten Van. Genau das haben sich auch Marie und Jonas, ein junges Pärchen aus Niedersachsen, gedacht. Kurz vor Ihrer ersten Reise mit ihrem „Isbjørn“ (dänisch für „Eisbär“ – so haben die Beiden Ihren Van getauft) berichten sie uns von Ihrem Projekt, der Realisierung, den Höhen und Tiefen sowie der Vorfreude auf die anstehenden Abenteuer.

Wie alles begann

Schon vor einiger Zeit kam dem Pärchen die Idee, sich einen eigenen Van anzuschaffen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie fanden Camping schon immer spannend, haben auf Social Media einige Van-Transformationen verfolgt und auch die Pandemie und die daraus resultierenden Reisebeschränkungen haben ihre Entscheidung geprägt. Im September 2020 stand schließlich fest: „Wir kaufen einen Transporter (um genau zu sein einen Ford Transit L4H3 in weiß) und bauen ihn um.“

Über rund zehn Monate haben die Beiden aus dem Transporter ein echtes Wohnmobil geschaffen. Kurz vor ihrer ersten Reise mit dem umgebauten Gefährt haben uns Jonas und Marie noch von ihrer Umbau-Aktion berichtet.

Im Juli heißt es dann endlich: Abfahrt & auf nach Dänemark. Hier wollen die beiden zwei Wochen lang an der Küste und auf dem Festland touren.

Marie: „Mittlerweile hat unser „Isbjørn“ alles, was es braucht, damit man darin für ein paar Wochen campen und so richtig die Seele baumeln lassen kann.“

Der DIY-Camper im Rohzustand

So fing es an …

Die einzelnen Schritte beim Van-Umbau

Vorweg: Bei einem solchen Umbau handelt es sich immer um ein individuelles DIY-Projekt, weshalb sich die einzelnen Schritte von Projekt zu Projekt voneinander unterscheiden können. In diesem Beitrag lehnen wir alle Informationen an das Beispiel und den Umbau von Marie und Jonas an.

Schritt 1: Basis schaffen (Wand-Verkleidungen sowie Boden rausschaffen und alles richtig gut säubern)

Schritt 2: Fenster einbauen (ein Seitenfenster, zwei Dachfenster)

Schritt 3: Isolieren/dämmen

Schritt 4: Stromversorgung einbauen (Batterie & Wechselrichter installieren, Verkabelung im Wagen & Anschluss der Solarmodule auf einem Dachträger) -> Achtung: Dieser Schritt sollte ggf. vom Fachpersonal übernommen werden!

Schritt 5: Wandverkleidung (aus Pappelholz und zum Teil Auto-Filz mit Kleber auf der Isolierung) & Deckenverkleidung aus Seekiefer Profilholzbrettern.

Schritt 6: Diesel-Standheizung einbauen (kann/sollte ggf. vom Fachpersonal übernommen werden)

Schritt 7: Möbelbau (Hochschrank, Hängeschrank, Sitzbänke, Bett, Küchenschränke)

Schritt 8: Wasserversorgung/ Sanitär (Toilette)

Schritt 9: Dem Camper den letzten Schliff verleihen (dekorieren – Monitor beim Bett anbauen, Sitzkissen auf den Bänken, Vorhang zum Fahrerhaus für Sichtschutz und zusätzliche Isolierung etc.)

Schritt 10: Den ersten Trip planen (wenn nicht schon vorher oder währenddessen geschehen)! 😊

Fragen & Antworten rund um den Camper

Welches Holz wurde für den Umbau verwendet & wofür?

  • MDF Platten für „gröbere“, nicht sichtbare Bereiche, wo aber Stabilität gefordert ist (z.B. bei der Stromversorgung)
  • Konstruktionshölzer in allen möglichen Bereichen und beim Möbelbau
  • Pappelsperrholz zur Verkleidung der Wandflächen und im Möbelbau in verschiedenen Stärken (4,8 und 10mm)
  • Küchenarbeitsplatte aus Buchenholz (mit Holzöl gepflegt)
  • Seekiefer Profilholz für die Deckenverkleidung
  • Vinylboden in Holzoptik

Außerdem wurden noch Zubehör-Produkte wie beispielsweise Winkel und Schrauben eingesetzt.

Die Stromversorgung im DIY-Camper

Die Stromversorgung

Wie lange hat der DIY-Umbau gedauert?

Bei dem Pärchen hat der Umbau ca. zehn Monate gedauert. Sie haben jedoch im Winter wegen der Kälte nur sehr sporadisch am Umbau gearbeitet. Grob geschätzt sagen die beiden, dass mit zwei bis drei Monaten gerechnet werden kann, wenn man an dem Umbau „Vollzeit“ – also 40 Wochenstunden – arbeiten würde. Ein großer Teil der Zeit ist dabei natürlich v.a. von Planung und Überlegungen geprägt.

Auf wie viel/welche Hilfe ist man angewiesen?

Zwar findest Du im Internet mittlerweile wirklich viele Anleitungen und Tipps zum Thema „Camper ausbauen“, dennoch gibt es einzelne Projektschritte, bei denen es durchaus sinnvoll ist, Spezialisten an Board zu holen. Da Jonas Ingenieur für Elektrotechnik und somit „vom Fach“ ist, konnte er die autarke Stromversorgung jedoch alleine installieren. Auch in anderen Bereichen, wie etwa dem Einbau der Heizung, ist Teamwork von Vorteil.

Jonas:Man kann grundsätzlich sagen, dass jegliche Hilfe von Freunden und Familie immer dankend angenommen wurde und manchmal auch wirklich mehr als vier Hände gut sind.“

Das Bettgestell im DIY-Camper

So ist das Bett entstanden …

Wie kompliziert ist der Umbau eines solchen Vans?

Hier sind Marie und Jonas sich einig: „Das nimmt vermutlich jeder persönlich anders wahr. Wie „kompliziert“ es wird, hängt sehr stark von den eigenen handwerklichen und technischen Vorkenntnissen ab. Wir würden sagen, ein „einfaches“ DIY-Projekt wird es definitiv nicht, denn es gehört eine Menge Zeit und Aufwand dazu, alles selbst zu bauen. Aber wir würden es wirklich jederzeit empfehlen, wenn jemand mit dem Gedanken eines eigenen Umbaus spielt.“

Und welcher Schritt war der Schwerste?

Der schwerste Teil war laut Marie und Jonas definitiv der Einbau der Standheizung, da diese mit dem Dieseltank vom Fahrzeug verbunden wird und dazu ein Tank-Entnehmer eingebaut werden muss. Hierfür muss der Tank unter dem Fahrzeug runtergelassen werden.

Wo darf der DIY-Van geparkt werden?

Der Van darf als eingetragenes Wohnmobil wie ein PKW auf einem „normalen“ Parkplatz geparkt werden. Er nimmt aber natürlich mehr Platz ein als ein kleines Fahrzeug. 😉 Marie und Jonas haben aber das Glück, ihn auf ihrer Einfahrt parken zu können.

Wenn Du ebenfalls überlegst, Dir einen solchen Camper anzuschaffen, raten wir Dir, das ggf. Deinen Nachbarn vorweg zu erzählen, damit keine unnötige Aufregung aufkommt, wenn das neue (etwas größere) Fahrzeug plötzlich in der Straße steht.

Die Holzdecke im DIY-Camper

Die Decke aus Seekiefer-Profilholz

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Zu beachten gibt es bei dem Umbau eines Vans einiges. Dabei sollte man immer alle Sicherheitsaspekte mit oberster Priorität behandeln. Als „finalen Ritterschlag“ bezeichnen Marie und Jonas hierbei jedoch die erfolgreiche TÜV-Prüfung. Dafür gibt es einige Kriterien, die erfüllt sein müssen:

  • Das Fahrzeug muss über ein Bett, Sitzgelegenheit, Stauraum, Notausgänge, eine Kochstelle und einen Tisch verfügen
  • Alle Teile müssen dabei fest mit dem Fahrzeug verbunden sein
  • Das Bett kann dabei in der Sitzbank integriert sein (also von Bank zu Bett umbaubar)
  • Der Tisch darf abbaubar sein (es muss jedoch hierfür einen vorhergesehenen Platz geben, der mit dem Fahrzeug verbunden ist)

Fazit nach der Van-Conversion

Marie und Jonas ziehen mehrere Schlüsse aus ihrem DIY-Projekt. Zum einen, dass man an seinen Aufgaben wächst und Planung die halbe Miete ist und zum anderen, dass sie den Trend der DIY-Van-Conversions absolut nachvollziehen können.

„So ein Umbau macht wirklich Spaß und am Ende hat man einen richtigen Mehrwert mit seinem eigenen Wohnmobil.“

Das Pärchen hat festgestellt, dass das mit der Planung aber auch nicht immer so einfach ist. Denn sie hatten viele Ideen und haben häufig erst „vor Ort“ im Wagen gemerkt, dass sich einige Dinge doch nicht so leicht umsetzen ließen wie angenommen.

„Der Transit ist an vielen Stellen innen nicht rechtwinkelig und eher sehr verschachtelt, was häufig den Einbau von diversen Dingen erschwert. Es lohnt sich, hier ein wenig kreativ während der einzelnen Arbeitsschritte zu sein.“

 

 „Insgesamt war der Umbau für sich wirklich ein Abenteuer, aber auch eine einmalige (Lebens-)Erfahrung, die wir nicht missen wollen.“

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei Marie und Jonas für das tolle Interview bedanken. 😊

Und jetzt nichts wie auf die Abenteuer, fertig & los! Wir wünschen Euch allzeit gute Fahrt & unvergessliche Momente mit Eurem DIY-Van.

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