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Nutzungsklasse, Gebrauchsklasse, Dauerhaftigkeitsklasse

Nutzungs-, Gebrauchs- und Dauerhaftigkeitsklasse: Für Leute vom Fach (vielleicht) selbsterklärend, für viele von uns jedoch mit einem großen Fragezeichen verbunden und doch von (großer) Bedeutung. Vor allem bei der Planung gewisser Holzprojekte spielen diese Begriffe eine Rolle, um das Holz konstruktiv schützen zu können und eine fehlerfreie Verbauung zu gewährleisten.

Damit auch Sie die Bedeutung und die Unterschiede zwischen diesen drei Begriffen kennen, klären wir Sie in diesem Beitrag auf.

 

Holz Nahansicht

Was bedeutet Nutzungsklasse?

In der Nutzungsklasse werden die Festigkeitswerte eines Holzes bestimmt und die Berechnung von Verformungen (unter definierten Umgebungsbedingungen) festgehalten. Ein maßgeblicher Indikator für die Bestimmung der Festigkeit eines Holzes ist die Feuchte des Materials. Diese Werte werden vor allem bei der Bemessung und Konstruktion von Holzbauten benötigt/zugezogen.

Die Nutzungsklasse stuft demnach Holzprodukte nach Ihrer Festigkeit(sänderungen) ein. Diese sind abhängig von der Feuchte des Holzes.

Die Nutzungsklassen: 1-3

Es wird zwischen drei verschiedenen Klassen unterschieden. Im Folgenden erläutern wir Ihnen die einzelnen Klassen 1 – 3.

  • Nutzungsklasse 1 (trockener Bereich/trockenes Gebiet): Ist ein Baustoff mit der Nutzungsklasse 1 gekennzeichnet, entspricht sein Feuchtgehalt einer Temperatur von 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchte, die der umgebenden Luft entspricht. Diese übersteigt für einige Wochen im Jahr 65%, beispielsweise in allseitig geschlossenen und beheizten Bauwerken. (Die Holzausgleichsfeuchte liegt zwischen 5-15% (Beispiel: -> beheizte Innenräume)

  • Nutzungsklasse 2 (feuchter Bereich/feuchtes Gebiet): Ist ein Baustoff mit der Nutzungsklasse 2 gekennzeichnet,  entspricht sein Feuchtgehalt einer Temperatur von 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchte, die der umgebenden Luft entspricht. Diese übersteigt für einige Wochen im Jahr 85%, beispielsweise bei überdachten offenen Bauwerken. (Die Holzausgleichsfeuchte liegt zwischen 10-20%. (Nach DIN 68800 zwischen 13-17%). (Beispiel: -> überdachte Konstruktionen im Außenbereich)

  • Nutzungsklasse 3: Bei Baustoffen mit der Nutzungsklasse 3 werden Wetterbedingungen erfasst/festgehalten, die zu einem höheren Feuchtgehalt als in Klasse 2 führen. Das sind beispielsweise Konstruktionen, die der Witterung ausgesetzt wird. (Die Holzausgleichsfeuchte kann deutlich über 20% liegen.) (Beispiel: -> Holzprodukte, die vollkommen der Witterung ausgesetzt werden).

Fazit zu der Nutzungsklasse

Umso feuchter das Holz, desto weniger fest ist es. Daher spielt es bereits bei der Planung des Bauvorhabens eine essentielle Rolle, diesen Aspekt zu beachten.

Hierfür sollte überprüft werden, wie hoch die Holzfeuchte am Verwendungsort sein wird.

Die Nutzungsklasse wird durch den Eurocode 5 (DIN EN 1995-1-1) gekennzeichnet. Die dazugehörige Klassenbezeichnung lautet DIN EN 1995-1-1.

Was bedeutet Gebrauchsklasse?

In der Gebrauchsklasse wird die Gefährdung des Holzes vor einem möglichen Pilz- und Insektenbefall definiert. Hier lauten die zwei grundlegenden Fragen: Wo wird das Holz eingesetzt und wie wird es (konstruktiv) geschützt?

Es gibt fünf unterschiedliche Gebrauchsklassen. Diese definieren verschiedene Nutzungssituationen (Norm EN 335), denen Holz und Holzprodukte ausgesetzt sein können.

Die Gebrauchsklassen: 1-5

Kurzer Hinweis: Gebrauchsklasse wird in vielen Fällen auch als GK abgekürzt.

  • Gebrauchsklasse 1: Hier befindet sich das Holz oder Holzprodukt im Innenbereich und wird weder der Witterung noch einer Befeuchtung ausgesetzt.

  • Gebrauchsklasse 2: Hier befindet sich das Holz oder Holzprodukt unter einem Dach, wodurch es nicht unmittelbar vom Regen oder insbesondere Platzregen betroffen ist, aber es jedoch immer wieder mal zu andauernder Befeuchtung kommen kann. Bei dieser Gebrauchsklasse kann an der Oberfläche des Holzes oder Holzproduktes Kondensation von Wasser auftauchen.

  • Gebrauchsklasse 3: Hier befindet sich das Holz oder Holzprodukt über dem Erdboden und ist der Witterung (vor allem Regen) ausgesetzt.
    Die Gebrauchsklasse 3 wird des Weiteren in zwei Unterklassen unterteilt: 3.1 und 3.2.

    • Gebrauchsklasse 3.1: Hier wird das Holz oder die Holzprodukte nicht über einen längeren Zeitraum nass bleiben, daher sammelt sich das Wasser (auch) nicht an.
    • Gebrauchsklasse 3.2: Hier wird das Holz oder Holzprodukt über einen längeren Zeitraum nass bleiben, daher besteht auch die Möglichkeit, dass sich Wasser ansammelt.
  • Gebrauchsklasse 4: Hier hat das Holz oder Holzprodukt unmittelbaren Erdkontakt oder Kontakt mit Süßwasser.

  • Gebrauchsklasse 5: Hier ist das Holz oder Holzprodukt andauernd oder in gleichmäßigen Abständen im Salzwasser (Meerwasser und Brackwasser).

Zusätzlich wird in der deutschen Holzschutz-Norm, DIN 68800, auch noch eine weitere Klasse definiert: Die Gebrauchsklasse 0. In dieser Gebrauchsklasse wird das Befalls- und Schadensrisiko vermieden oder es kann vernachlässigt werden.

Diese Gebrauchsklasse wird auch bei den Fachregeln von Zimmerern benutzt, um anhand bestimmter baulicher Maßnahmen einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten und weniger dauerhafte Holzarten einsetzen zu können.

Fazit zu der Gebrauchsklasse

Wird Holz im Außenbereich verwendet, lässt es sich in den meisten aller Fälle den Gebrauchsklassen 2 und 3 zuordnen. Besonders häufig handelt es sich um die GK 3.1 und 3.2, so beispielsweise auch bei Terrassendielen und Holzfassaden.

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Was bedeutet Dauerhaftigkeitsklasse?

Die Dauerhaftigkeitsklasse trifft eine Aussage über die Einstufung der natürlichen Dauerhaftigkeit eines Holzes.

Jede Holzart hat von Natur aus eine (biologische) Dauerhaftigkeit, die in der sogenannten Dauerhaftigkeitsklasse definiert wird. Die Einstufung wird in fünf verschiedene Dauerhaftigkeitsklassen unterteilt und sieht wie folgt aus: 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft). Die Prüfverfahren zur Bestimmung der Dauerhaftigkeit sind in EN 350 geregelt.

Wie dauerhaft eine bestimmte Holzart ist, ist von den Inhaltsstoffen des Holzes abhängig.

Die Dauerhaftigkeitsklassen: 1 – 5

  • Dauerhaftigkeitsklasse 1: Sehr dauerhaft -> mindestens 25 Jahre

  • Dauerhaftigkeitsklasse 2: Dauerhaft -> ca. 15 bis 25 Jahre

  • Dauerhaftigkeitsklasse 3: Mäßig dauerhaft -> ca. 10 bis 15 Jahre

  • Dauerhaftigkeitsklasse 4: Wenig dauerhaft -> ca. 5 bis 10 Jahre

  • Dauerhaftigkeitsklasse 5: Nicht dauerhaft -> ca. weniger als 5 Jahre

Unser Fazit

Wir empfehlen Ihnen, sich vor jedem Projekt Gedanken zu machen, welche Ansprüche das von Ihnen ausgewählte Produkt erfüllen muss. Je nachdem was Sie bauen wollen, ist für Sie eine andere Klassifizierung von Bedeutung. Nicht bei jedem Bauprojekt können/müssen sie auf alle drei Klassifizierungen achten.

Bei größeren/großen Vorhaben, wie zum Beispiel einer Überdachung, dem Ausbau eines Dachbodens o.Ä, ist für Sie zuerst die Nutzungs- und Gebrauchsklasse von Bedeutung. Erst im Nachhinein, wenn es um den Kontakt zur Witterung geht, spielt die Dauerhaftigkeit eine Rolle.

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