Dachterrassen- Über den Dächern den Sommer genießen

Einen warmen Sommerabend ausklingen lassen, mit Freunden grillen und dabei einen wunderbaren Ausblick genießen – davon kann man schon mal träumen. Was Sie beim Bau und der Planung einer Dachterrasse alles beachten müssen − hier erfahren Sie es!

Dachterrasse

Egal ob Sie eine nachträgliche Erweiterung Ihres Flachdaches planen oder sich ein echtes Highlight für Ihren Neubau wünschen. Bei einer Dachterrasse, gilt es einige wichtige Aspekte zu beachten. So ist es zwingend erforderlich, die Bauvorschriften Ihres Bundeslandes zu berücksichtigen und sich auch mit den Rechten Ihrer Nachbarn vertraut zu machen. Wir helfen Ihnen, damit Sie sich beim Bau Ihrer Dachterrasse nicht auf dem Holzweg befinden!

Eine gute Basis ist die Grundlage jeder Dachterrasse

Sie sollten nicht einfach drauf los bauen. Schon das Fundament muss gut durchdacht sein. Bei der Planung einer Dachterrasse muss selbstverständlich auf Druckfestigkeit, Tragfähigkeit und Entwässerung der Dachkonstruktion  geachtet werden. Die entsprechenden bauphysikalischen Voraussetzungen sollten immer durch Fachleute geplant und geprüft werden. Des Weiteren müssen die geltenden DIN-Normen und Flachdachrichtlinien befolgt werden, um festzustellen welche Abdichtungsart auf welches Dach muss und wie Regenwasser abgeführt wird.

Bei Dachterrassen kann die Unterkonstruktion normalerweise nicht auf dem Boden befestigt werden. Es muss ein verwindungssteifer Unterkonstruktions- „Rahmen“ (siehe Foto unten) gebaut werden, welcher dafür sorgt, dass Unterkonstruktion und Belag auch bei windigem Wetter liegen bleiben. Dazu werden zwischen die längs laufenden Querhölzer, im rechten Winkel, kurze Querhölzer mit Winkelverbindern oder mit längeren Edelstahlschrauben verschraubt. Die Querhölzer sind zwischen den Längsreihen versetzt anzuordnen. Ein Höhenausgleich muss so konstruiert werden, dass er nicht verrutschen oder wegschwimmen kann. Die Unterkonstruktion sollte einen Achsabstand (Mitte UK zu Mitte UK) von 40-60 cm nicht überschreiten. Hier kommt es auf die Stärke und Holzart der Diele an. Bei Dielen unter 25 mm Stärke und bei Systemdielen veranschlagen Sie ca. 40 cm, bei Dielen aus Laubhölzern ab 25 mm maximal 50 cm und bei Nadelhölzern maximal 60 cm Unterkonstruktions-Achsabstand.

Dachterrasse Verlegung

verwindungssteifer Unterkonstruktionsrahmen für Dachterrassen ohne Befestigung mit dem Untergrund

Sollte die Aufbauhöhe limitiert sein, so eignet sich eine Alu-Unterkonstruktion besonders gut, da diese auch in 3 cm oder 2 cm Stärke verfügbar ist. Weitere Vorteile einer Aluminium-Unterkonstruktion sind die Dauerhaftigkeit und das leichte Eigengewicht, welches durchaus bei der Statik der Gesamtkonstruktion eine Rolle spielen kann.

Besonders ist darauf zu achten, dass die Dachhaut nicht beschädigt wird! Um dies zu gewährleisten müssen vorgeschriebene Schutzschichten mit eingebaut werden. Dies gilt besonders für die Stellen, an denen zukünftige Pflanzenkübel ihren Platz finden. Außerdem müssen Wasserabläufe für Wartungsarbeiten immer zugänglich sein. Dies kann durch Entwässerungsrinnen oder Revisionsklappen gewährleistet werden. Ebenfalls von besonderer Wichtigkeit für eine Dachterrasse ist ein Geländer, das für die nötige Sicherheit sorgt.

Achtung: Nach dem Regen folgt die Sonne

Regen, Sturm, Schnee – und ja, auch Sonne! Die Witterungen gehen an Holzterrassen nicht spurlos vorbei. Die wiederholte Feuchtigkeitsaufnahme und Trocknung  führt bei einer Holzterrasse dazu, dass sich die Holzfasern der Dielen aufstellen. Es muss daher für eine geeignete Entwässerung beziehungsweise ein Gefälle von ca. 2% der Terrassenfläche gesorgt werden, damit das Wasser abfließen kann und so Staunässe verhindert wird. Nach dem Regen folgt ja bekanntlich die Sonne. Während wir uns also von der Sonne bräunen lassen, ist das UV-Licht dafür verantwortlich, dass das Lignin in den oberflächennahen Holzschichten abgebaut wird und die Holzoberfläche so vergraut.

Ihre Dachterrasse – Ihre Wahl

Sobald die Entscheidung für eine Dachterrasse aus Holz gefallen ist, haben Sie die Qual der Wahl. Die Produktpalette ist breit und reicht von Holzdielen in verschiedensten Stärken, Breiten und Längen über Bambus Terrassendielen, WPC Dielen, CMT oder Systemdielen bis hin zu Dielen aus Thermoholz. Die Hitzebehandlung des Thermoholzes hat zudem ein stark reduziertes Quell- und Schwindverhalten sowie ein Verdunkeln der Holzfarbe zur Folge.

Doch nicht nur die Produktpalette ist breit, auch die Auswahl zwischen den unterschiedlichen Profilen und der Befestigung ist groß. So können Sie zwischen einer fein geriffelten, grob genuteten, glatten Oberfläche oder einer Kombination aus beiden Oberflächen (französisches Profil) wählen. Bei der Befestigung haben Sie die Wahl zwischen einer sichtbaren Befestigung von oben mit Edelstahlschrauben und Abstandhalter oder einer nicht sichtbaren Befestigung mit einem Befestigungssystem.

Welche speziellen Eigenschaften jede Holzart charakterisiert, lesen Sie in unserem Lexikon der Holzarten.

Treffen Sie eine Entscheidung zwischen diesen Hölzern und lassen Sie sich von uns beraten:

  • Verschiedenste Terrassendielen aus Laub- oder Nadelhölzern
  • Wood-Plastic-Composite (WPC)
  • Bambus-Terrassendielen
  • Systemdielen
  • Thermoholz (TMT)
  • Chemisch modifizierte Hölzer (CMT)

Es werde grün auf dem Dach

Dachterrasse mit Dachgarten

 

Nach all diesen Entscheidungen über Holzart, Profil und notwendigen Maßnahmen, dürfen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Um ihre neue Dachterrasse ideal in Szene zu setzen, bietet sich die Möglichkeit eines Dachgartens. Auch hier müssen Aspekte der Statik und der Abdichtung mit einbezogen werden. Im Normalfall besteht die Begrünung eines Daches aus einer wurzelfesten Folie, einer Drainageschicht, Vlies und einer wasserspeichernden Schicht mit Substrat. Es gibt drei Möglichkeiten der Bepflanzung. Die extensive Begrünung bedarf kaum Pflege und Bewässerung. Moose, Kräuter und Gräser bilden diese Art des Dachgartens. Die zweite Form stellt die einfache Intensivbegrünung dar. Auch hier ist nur ein geringer Pflegeaufwand von Nöten, um die darauf wachsenden Gräser, Sträucher und Büsche zu versorgen. Zuletzt ist noch die intensive Begrünung zu nennen, die mit Stauden, Bäumen und Rasen bestückt ist. Hier ist ein automatisches Bewässerungssystem empfehlenswert.

Fazit Dachterrasse: einzigartiges Feeling

Wer sich entschließt eine Dachterrasse zu bauen, der muss viele Aspekte beachten, um den Sicherheits- und Rechtsstandards sowie den Anforderungen des Belages gerecht zu werden. Doch die Mühe lohnt sich, denn durch eine Dachterrasse wird Ihnen ein unverwechselbarer Charme geboten, der zum Träumen über den Dächern einlädt.

Sonstige Quellen: https://www.bauen.de/a/dachterrasse-bauen-lassen-statt-selber-bauen.html

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