FSC-Zertifizierung

Eine Terrasse aus Holz, echte Dielen im Wohnzimmer oder eine eigene Sauna – für viele ist Holz im eigenen Heim nicht mehr wegzudenken. Schließlich strahlt Holz Gemütlichkeit aus und verleiht dem Raum oder Garten eine besondere Note. Doch bis das Holz den Boden oder die Terrasse schmückt, legt es meist einen langen Weg zurück. Dieser sollte Genauesten geprüft werden, um sicherzugehen, dass das Holz, das später in unseren Wohnzimmern liegt, aus einer nachhaltigen Waldwirtschaft stammt. Was hat es also mit dem FSC-Siegel auf sich?

Was bedeutet FSC?

Sie selbst können den Weg, den Ihr Holz zurücklegt, nicht kontrollieren. Es gibt allerdings Institutionen, die sich eben das zur Aufgabe gemacht haben. Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet, den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen zu wahren und so die Wälder für die kommenden Generationen zu erhalten. Das „Forest Stewardship Council“, kurz FSC, entwickelt stetig Standards, um verantwortungsvoll mit den Wäldern umzugehen. Der zukünftigen Generation wird durch die Kontrolle des „Forest Stewardship Councils“ die natürliche Ressource Holz nicht entzogen. Ganz im Gegenteil: Es wird sich darum gekümmert, dass die Bäume stetig nachwachsen und so die Grundlage für die Bedürfnisse kommender Generationen gebildet wird.

Wie können Sie also beeinflussen, dass Ihr Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt?

Ganz einfach! Achten Sie beim Kauf Ihres Holzes auf das FSC-Siegel!

Dieses Siegel sichert das Erhalten der ökologischen Funktionen eines Waldes, die Rechte der Ureinwohner und Arbeitnehmer als auch das Wohlergehen bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Die Wälder werden unter zehn weltweit gültigen Prinzipien, die in einem internationalen Standard festgelegt sind, bewirtschaftet. Dies bedeutet zum Beispiel, dass sich ein deutscher FSC-Wald stets selbst verjüngen soll. Absterbende und morsche Stämme sollen nicht gefällt werden und auch Äste und Kronen der geschlagenen Bäume müssen im Wald verbleiben. Damit wird vielen Pflanzen- und Tierarten ein neues Zuhause geboten.  Mit dem FSC-Siegel stammt Ihr Holz aus Wäldern, die als Ökosystem bestehen bleiben können.

2 unterschiedliche Zertifizierungsmodelle

Das FSC-System sieht zwei unterschiedliche Zertifizierungsmodelle vor. Zum einen  das Modell der „Waldzertifikate“. Diese werden an Waldbesitzer ausgestellt und sichern, dass die Wälder in sozialer als auch ökologischer Hinsicht den FSC Standards entsprechen. Das Ökosystem Wald mit den unterschiedlichen Baumarten, Pflanzen und Tieren gilt es zu erhalten. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, werden Kahlschlag und Chemieeinsatz verboten. Doch nicht nur ökologische Aspekte werden aufgrund der FSC Standards beachtet, auch soziale Faktoren wie die Rechte der Arbeitnehmer und ein umfassender Unfallschutz spielen eine essenzielle Rolle.

Zum anderen das Modell der „Produktkettenzertifikate“. Diese Zertifikate erhalten Hersteller und Händler von FSC-zertifiziertem Holz und Papier, um sicherzustellen, dass Produkte mit dem FSC-Siegel auch tatsächlich in den Wäldern, die das entsprechende Waldzertifikat besitzen, hergestellt wurden. Die FSC-zertifizierten Produkte müssen jederzeit identifizierbar sein. Erst dann darf mit dem FSC-Siegel geworben werden.

Eine weitere Unterscheidung gibt es zwischen den FSC 100 % und den FSC Mix Credit Siegeln. Das 100 % Label steht für Produkte, bei denen das Holz zu 100 % aus FSC-zertifizierten Wäldern stammt. Das FSC Mix Label hingegen bezeichnet Produkte, bei denen sowohl Materialien aus FSC-zertifizierten Wäldern als auch aus kontrollierten Quellen, verwendet werden.

Entstehung des FSC

Das „Forest Stewardship Council“ wurde 1993 infolge des Umweltgipfels in Rio gegründet. Dabei handelt es sich um eine nicht staatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Wäldern einsetzt. Unternehmer aus Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft oder indigene Völker – alle, die ein Interesse an nachhaltiger Waldwirtschaft haben, profitieren von der Arbeit des FSC.

Seit 1997, existiert der FSC auch als gemeinnütziger Verein in Deutschland. Die FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. unterstützt als nationale Initiative das FSC International Center mit Sitz in Bonn. Dabei ist die FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. auch verantwortlich für den deutschen FSC-Standard, der auf 10 Prinzipien basiert, die auch international gelten.

Warum ein FSC-Siegel?

Warum also ist FSC ein vertrauenswürdiges Siegel, auf das beim Kauf von Holz geachtet werden sollte? FSC sichert den dauerhaften Fortbestand und die Funktionsfähigkeit des Waldes. So wird die Umwandlung in zum Beispiel Ölpalmplantagen und Sojafelder verhindert. Außerdem schafft FSC Einkommen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Und mit das Wichtigste: der FSC arbeitet transparent! Zertifizierte Betriebe werden jährlich vor Ort von unabhängigen Gutachtern kontrolliert und die Ergebnisse veröffentlicht.

Kleines Siegel, große Wirkung

Egal ob für den Fußboden oder die Terrasse – Holz im Eigenheim ist ein echter Hingucker! Doch damit es nicht nur ein Hingucker ist, sondern Sie das Holz auch mit gutem Gewissen genießen können, müssen Sie richtig hingucken! Daher achten Sie immer das FSC-Zertifikat, denn ein kleines Siegel kann eine große Wirkung für den Schutz der Wälder bedeuten.

Quelle: http://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/nachhaltige-waldnutzung-fsc/fsc-was-ist-das/

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